Zwei schwarze Regenschirme mit bunten Bändern an den Seiten runterhängend. Auf den Regenschirmen steht Toleranz, Vielfalt, Demokratie, Menschenwürde

Somit waren wir am vergangenen Freitag mit bunten aufgespannten Schirmen auf der Straße, um ein sichtbares Zeichen zu setzen für humanitären Schutz, der allen Geflüchteten zusteht und fordern damit, dass die Menschenrechte für alle Schutzsuchenden verwirklicht werden.

Freitag Nachmittag versammelten sich Menschen aus Mainz und Umgebung am Bahnhofsvorplatz mit bunten und bemalten Schirmen. Viele nutzen wieder unser Angebot, die eigenen Schirme besprühen zu lassen. „Refugee welcome“ und „Schutz für Alle“ zierten nun zu Beginn der Kundgebung die aufgespannten Schirme, während Nina die erste Rede hielt. Anschließend marschierten wir gemeinsam zum Schillerplatz, wo wir dort Reden von Gabriele von den Omas gegen Rechts und Jihan hörten. Zum Schluss bewegten wir uns Richtung Marktplatz, wo unsere Kolleg:innen bereits eine Bühne sowie Info- und Thementische mit anderen Organisationen aufgebaut hatten. Conni und Luke von der Seebrücke Mainz hielten hier den letzten bewegenden Redebeitrag. Hier ein Ausschnitt:

„Der Zuspruch für eine humanitäre Asylpolitik sinkt, deshalb ist jetzt umso wichtiger: Wir halten gegen die falschen Erzählungen. Wenn in Politik und Medien von „Flut“, „Missbrauch“ oder „Kriminalität“ die Rede ist, widersprechen wir. Migration ist Realität – und Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung, Folter, und/oder Klimafolgen. Sie nehmen niemandem etwas weg; sie brauchen Schutz und eine faire Chance. Wir setzen Fakten gegen Hetze, Würde gegen Entmenschlichung, Lösungen gegen Schlagworte.

Was muss sich politisch ändern?

Seenotrettung ermöglichen statt verhindern: Schiffe raus, Flugzeuge hoch, keine Kriminalisierung.

Pushbacks stoppen: Menschenrechte gelten an jeder Grenze.

Legale Wege öffnen: Familiennachzug, humanitäre Aufnahme, Resettlement – planbar und ausreichend.

Keine Deals mit Regimen wie den Taliban.

Aufnahme vor Ort stärken: Kommunen, die wollen, müssen dürfen – mit Geld für Wohnen, Bildung, Gesundheit.

Teilhabe statt Zwangssysteme: Bargeld statt Bezahlkarten, Beratung, Sprachkurse, Arbeitszugänge.

Und was heißt das für uns – hier und heute?

Unterstützt Rettungs- und Hilfsorganisationen an den Außengrenzen und hier vor Ort – mit Zeit, Spenden, Netzwerken.

Widersprecht im Alltag, wenn gelogen und entmenschlicht wird. Teilt Wissen, nicht Gerüchte.

Fragt im Stadtrat und bei Abgeordneten nach: Was tut ihr konkret für Schutz statt Abschottung?

Der Regenschirm über unseren Köpfen ist ein Versprechen: Wenn es stürmt, halten wir füreinander Schutz. Wenn viele mit anfassen, bleibt niemand allein. Lasst uns dieses Versprechen laut machen – heute, auf der Straße, und morgen, wo Entscheidungen fallen.“

Zu unserer Freude spielte die Band Ahtapot, deren Stil psychedelischen Rock Anatoliens gemeinsam mit rauem Garage-Rock, hypnotischen Grooves und türkischem Gesang ist, zum Ausklang Musik während Besucher:innen am Marktplatz tanzen und sich die Infotische anschauen konnten.

Hier sind ein paar Eindrücke vom Marche des Parapluies:

29.09.2025: Marche des Parapluies 2025