In der Stadt des „Deutschen Michel“, dem Tor zur Nahe, den Rhein und dem Hunsrück, besuchte civi kune RLP im Februar die „Ich bin dabei – Flüchtlingshelfer-Gruppe“. Hier haben sich in einem ehemaligen Drogeriemarkt Ehrenamtliche zusammengeschlossen und bieten für ganz Stromberg viele unterschiedliche Projekte, Aktionen und Treffen. Bei Kaffee und Kuchen feierten wir nicht nur einen Geburtstag, die Flüchtlingshelfergruppe nahm sich auch für einen regen Austausch Zeit mit uns.
Viele Gruppen treffen sich im ehemaligen Schlecker, der 2015 durch die VG Stromberg angemietet und gemeinsam mit Geflüchteten renoviert wurde. Dieser Begegnungsort ist für Familien und oder Einzelpersonen die Unterstützung brauchen, für Neu-Ankömmlinge ebenso für Menschen, die schon länger in Stromberg und Umgebung sind. Die Initiativgruppe unterstützt bei Anträgen aller Art, Begleitung von Ämtern, Vereinbarung von Arztterminen, Hilfe bei Deutsch-Sprachkursen sowie allen Angelegenheiten rund um Kita, Schule, Weiterbildung und Bewerbung in dem Ort und Umgebung. Auch bei der Vermittlung gebrauchter Möbel, einer kleinen Kleiderkammer, Hilfe bei Umzügen, der Kontoeröffnung und vielem mehr. In dem ehemaligen Markt befinden sich derzeit ein Reparatur-Treff von E-Geräten, Fahrrädern und Kleidung, der Stromberger Tisch, bei dem donnerstags immer gespendete Lebensmittel an Bedürftige vergeben werden, das Café Miteinander für gemeinsames geselliges Beisammensein, die Integrationshilfe für Geflüchtete und ein Handarbeitstreff. Ein Kunst-Angebot sowie Medienangebote für Ältere, Kinder- und Familiennachhilfe aber auch der Besuch von Film-Events, Theater- und Musikaufführungen finden ebenfalls in Stromberg statt.
Die jetzigen Gruppen sind seit 2015 im Rahmen der Initiative „Ich bin dabei“entstanden, einer Kooperation der damaligen Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit der Verbandsgemeinde und wurde somit das Netzwerk für eine Willkommenskultur .
Die Flüchtlingshelfer-Gruppe besteht heute aus 20 ehrenamtlich Aktiven, die sich mit unterschiedlichen Aufgaben einbringen. Seit April 2021 gibt es zusätzlich den Service-Point, der einmal wöchentlich als verlässliche Anlaufstelle für Fragen und Herausforderungen dient. Die Ehrenamtlichen helfen dabei, Formulare auszufüllen, Korrepondenz zu Behörden zu führen und Vieles mehr. Als große Hilfe für Beratungsfälle wurde ein Verwaltungssystem erstellt.
Bei unserem Besuch durften wir uns daher nicht nur die Räumlichkeiten in der Gerbereistraße anschauen, wir bekamen ebenfalls einen tollen Einblick in die Arbeit der Initiative-Gruppen. civi kune durfte den Ehrenamtlichen auch ihre Arbeit und die des Flüchtlingsrats RLP noch einmal präsentieren. Im Anschluss daran bot sich der Raum für verschiedene Fragen zu Beratungsfällen in Stromberg und waren froh, dass wir keine unbeantwortet gelassen haben. Die Atmosphäre bei dem Treffen hat uns wirklich sehr gut gefallen. Wir haben viele Gespräche führen können und finden es atemberaubend, was die Flüchtlingshelfer-Gruppe in den letzten 10 Jahren alles aufgebaut hat! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit den Strombergern.
Im Anschluss haben wir noch ein kleines Interview mit Monika für Euch:
Warum engagiert Ihr Euch für Geflüchtete?
– Viele von uns haben jetzt Zeit, zu helfen.
– Wir sind überzeugt, dass das Kennenlernen und die Nähe zu Menschen aus anderen Kulturkreisen nicht nur sinnvoll ist sondern auch sehr bereichernd.
– Wir haben das Gefühl, helfen zu können – und sind dabei selbst ständig am Lernen.
Was sind für Euch die größten Herausforderungen?
– die Zusammenarbeit mit den Behörden
– immer komplexere Vorgänge mit ständig neuen Gesetzen
– nach wie vor Probleme bei der Sprach-Verständigung (trotz Handy-Übersetzer)
– die schwierige Wohnortsuche für Ausländer
Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?
– eine verständnisvollere und mehr praxisorientierte Politik
– eine klare und offenere Kommunikation mit den Behörden
– auch künftig ausreichend Sprachkurs-Angebote
– dass wir auch weiterhin Menschen gut integrieren können.
