Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte im Februar 2026 darüber informoert, freiwillige Integraitonskurse nicht mehr finanziell zu fördern und gleichzeitig einen Aufnahmestopp für die Kurse beschlossen mit der Begründung, dass der Bund sparen müsse. Die Stadt Neuwied nimmt die Kurse nach den Sommerferien an der städtischen Volkshochschule nun wieder auf und bezahlt sie selbst.
Diese Kurse sollen sich in Aufbau und Umfang an den klassischen Integrationskursen mit 600 Unterrichtsstunden orientieren, schreibt der SWR am 11. Juni. „Wir können nicht warten, bis sich in Berlin etwas bewegt. Sonst brechen uns hier die regionalen Strukturen weg“, erklärt Neuwieds Bürgermeister Peter Jung (parteilos) die Entscheidung. Ein gutes Netzwerk der Neuwieder VHS gibt es schon seit rund 10 Jahren, bei dem 15 Dozent:innen hauptberuflich bei Integrations- und Sprachkursen dabei gewesen sind. Viele Menschen brauchen den Sprachkurs um in Deutschland und im Leben anzukommen.
Die sogenannte Erstorientierungskurse seien aber keine langfristige Lösung, da sie nur halb so umfangreich wie Integrationskurse sind. Diese können weiterhin kostenfrei besucht werden und sollen in Zukunft ausgebaut werden. Dennoch erreiche man bei den Erstorientierungskurse allerhöchstens das Sprachniveau A1 oder A2, welches nicht zwingend für den Arbeitsalltag ausreicht.
Der SWR schreibt, dass die Stadtverwaltung mit Zustimmung der Kommunalpolitik im Haushalt für dieses Jahr 25.000 Euro umgeschichtet hat um die Sprachkurse zu gewährleisten. „Weil Sprache ist der Schlüssel für die Integration und das hat für uns in diesem Jahr Priorität.“, sagt Bürgermeister Peter Jung. Finanziell muss das ganze Vorhaben aber in Zukunft besser ausgestattet werden. Nach den Sommerferien sollen zunächst zwei kommunale Integrationskurse starten, so Jung.
